Abrissbirne, alles Alte muss weg (ich kann es nicht mehr sehen)!

Plan war, dass das gesamte Deck neu lackiert und mit Kiwi Grip (Antirutsch Beschichtung) ausgestattet werden sollte. Die Reihenfolge dabei ist: Demontage der Beschläge, an der Struktur bauen, Grundieren, Lackieren, Kiwi Grip auftragen und dann die Beschläge wieder anschrauben.

Gut, erst mal Demontage. Beschläge ab und den Belag auf den Seitendecks wieder lösen. Ich hatte die Verbundnaht der K4 damals von innen verklebt und dann von oben mit Matte und Polyester verstärkt. Den Versatz zwischen dem alten Seitendeck und der durchs Verschliessen der Nahtstelle entstandenen Laminatschicht hatte ich mit dünnen Teakholz leisten ausgeglichen. Diese hatte ich mit Sika auf das Deck geklebt und verfugt.

Man hatte dadurch eine schöne ebene Fläche zum Sitzen und nach einem langen Segeltag abends vor dem heimischen Spiegel keine zusätzliche Querrille mehr auf dem Hintern. Und es sah auch noch ganz gut aus. Die Winschen hatte ich entsprechend in das Holz eingearbeitet, bzw. das Holz um die Winschen herum.

Aber mit der Zeit sah auch das Holz nicht mehr so frisch aus und eine Idee hatte sich in mein Hirn geschlichen. Die Seitendecks sollten eine pflegeleichte Beschichtung bekommen und eine gleichmässige Fläche haben. Mit leichtem Gefälle. Aber dazu musste das alte Holz runter und der alte Lack bis auf die Glasfaser abgeschliffen werden.

Von Grund auf neu

Dann also das alte Zeug herunter. Erst das Holz mit dem Stecheisen runter gebrochen und dann die Oberfläche der Seitedecks mit der Flex bis auf das GFK abgeschliffen. Denn neue Matte hält am besten direkt auf der alten Matte bzw. auf dem puren GFK.

Ich wollte die alte Verbundnaht der Aussen- und Innenschale noch einmal zusätzlich stabilisieren und habe deshalb erst mal eine Matte (300g) auf die beiden Seitendecks geklebt. Anschliessend etwas auf Mass gebracht und den Höhenunterschied mit Pampe (Epoxy und Flocken) in eine Fläche ohne Vertiefungen oder Wölbungen verwandelt, indem ich die Pampe mit einem Holz von vorne nach hinten abgezogen habe. Also innen und aussen auf die Kanten des Seitendecks aufgelegt und dann überschüssige Pampe abgestreift.

Die Oberfläche sah dann etwas holperig aus, aber das geht mit der Pampe manchmal nicht anders. Wenn die Pampe nämlich zu dünn ist, dann bleibt sie nicht da wo sie soll und läuft, der Schwerkraft folgend, nach aussen neben das Boot und bekleckert noch den Rest vom Boot.

Die rauhe Oberfläche habe ich dann mit feiner Spachtelmasse halbwegs glatt gemacht damit es unter der letzten Matte keine Hohlräume gibt. Anschliessend noch eine 300g Matte mit abschliessender Abreissfolie verklebt und dafür dann eine recht glatte Oberfläche erhalten.

Weil ich schon beim Laminieren war, habe ich auch gleich noch einen schmalen Streifen Matte um den hinteren Süllrand geklebt. Als ich damals laminiert habe, bin ich von unten nicht so gut in die Fuge gekommen, an der beide Schalen miteinander verklebt wurden, und habe da etwas gestümpert.

Anschliessend alles mit Epoxy Filler ausgespachtelt und geschliffen und gespachtelt und geschliffen…bis es endlich alles schön glatt ist und keine Macken mehr zu sehen sind. Dann konnte grundiert werden kann.

Finish mit Lack und Antirusch

Nach dem Grundieren mit Primer (zwei Durchgänge) wurde alles per Hand angeschliffen und in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Hier schlecht zu sehen, ich hatte erst das Deck lackiert dann die Kajüte mit den Seitendecks und dann den Innebereich der Plicht.

Alles in einem Rutsch bekommt man mit der Rolle (auch zu zweit) zeitlich nicht hin. Die Abstände sind zu gross und man erzeugt Absätze, die hinterher zu sehen sind. Das stresst beim Lackieren und sieht hinterher bescheiden aus. Also alles in einzelne Bauabschnitte eingeteilt und der Reihe nach lackiert. Beim Deck und der Kajüte von unten nach oben. Auf dem Deck dann sauber abgeklebt und den Lack der Kajüte bis aufs Deck gezogen.

Die Übergangsnaht auf dem Seitendeck ist dann später unter dem Kiwi-Grip verschwunden, musste aber mit feinem Schleifpapier noch angeglichen werden. Es kann helfen (habe ich erst später gelernt), wenn man das Abklebeband gleich nach dem Lackieren entfernt. Der Lack bildet dann keine scharfe Kante und das Klebeband klebt dann auch mit dem Lack nicht zusammen. Es darf bei dieser Methode natürlich nix mehr verlaufen!

Dazu habe ich auf dem frischen Deck abgeklebt und vorher beim Lackieren den Lack etwas höher gezogen. Dann alles (wieder per Hand) vorsichtig mit feinem Papier (erst 180er dann 400er Körnung) angeschliffen bis kurz vor die Abklebekante. Den rest kann man schlecht mit dem Papier schleifen. Meist macht man damit das Abklebeband kaputt. Den letzten Millimeter dann einfach mit Stahlwolle anrauhen. Die schleift den Lack leicht an aber zerstört das Band dabei nicht.